War

2010

Instal­la­tion, c-print, signed, each edi­tion of 10

100 x 150 cm and 170 x 100 cm

 

 

Arte,”StadtGebete Die Neuerfind­ung der Reli­gion in der Stadt”, Regie: Sab­ri­na Dit­tus Erstausstrahlung am Dien­stag, 20.08.12 um 23:20 Uhr

Wie sieht es aus und wie fühlt es sich an, wenn man bom­bardiert wird? Man denkt dabei wohl nicht unbe­d­ingt zuerst an den Glam­our und die Sexy­ness eines Nacht­clubs, doch ger­ade diese sind es, die Nina Ansari‘s Foto­serie „War, Bedeu­tungsträger, Der Krieg“ beschwört. Dunkel und glitzernd, voller verzweifel­ter junger Men­schen, min­i­mal gek­lei­det in enges schwarzes Outfit.

Auf diese Weise erin­nern die Fotografien an die „Infin­i­ty Rooms“ der japanis­chen Kün­st­lerin Yay­oi Kusama sowie an grobkörnige, kahle Mod­eauf­nah­men. Zwei aus­ge­sprochen gespen­stis­che Bilder wider­sprechen jedoch diesem ober­fläch­lichen Ein­druck und schaf­fen den von Ansari beab­sichtigten Effekt, die selb­st mit vier Jahren Opfer eines Bom­barde­ments wurde, als sie noch mit ihrer Fam­i­lie im Iran lebte und von diesem Ereig­nis stark geprägt wurde. Auf diesen Bildern tür­men sich Kör­p­er über anderen Kör­pern in schat­ten­hafter Verzwei­flung, blankes Licht erleuchtet diesen Augen­blick geschun­den­er Menschlichkeit.

Um diese Serie zu gestal­ten, ent­warf Ansari einen Raum, durch­bohrte die Wände und fotografierte so die Men­schen im Inneren. All das fand in der Dunkel­heit statt, und sie löste ihre Kam­era blind aus, wobei gle­ichzeit­ig ein dutzend Blitze außer­halb des Raums mit jedem einzel­nen Kam­era-Klick aus­gelöst wur­den. Um das bew­erk­stel­li­gen zu kön­nen, musste sie ler­nen die Kam­era mit ihren Hän­den und nicht mit ihren Augen scharf zu stellen; eine Auf­gabe, die sie meis­terte – eine solche Auf­gabe muss auch jed­er Sol­dat schaf­fen, der sein Gewehr im Dunkel der Nacht zusam­menset­zt und oft­mals mehr aus Instinkt feuert, statt vorher bewusst zu zielen.

Lori Wax­man

What would it look and feel like to be bombed? The glam­our and sex­i­ness of a night­club is not the first thing that comes to mind, but it is what many of the images in Nina Ansari’s pho­to series “War, the Car­ri­er of Mean­ing” con­jure. Dark and glit­tery, filled with dis­tressed young peo­ple min­i­mal­ly dressed in tight black clothing.

The pho­tographs also evoke the Japan­ese artist Yay­oi Kusama’s “Infin­i­ty Rooms” and a grit­ty, bare bones fash­ion shoot. Two dis­tinct­ly eerie images con­tra­dict these glib impres­sions, how­ev­er, and achieve the effect intend­ed by Ansari, who was her­self deeply marked by a bomb­ing endured when she was four years old and still liv­ing with her fam­i­ly in Iran. In them, bod­ies tum­ble over oth­er bod­ies in shad­owy des­per­a­tion; stark light illu­mi­nates moments of pained humanity.

To make the series, Ansari con­struct­ed a room, punc­tured the walls, and pho­tographed peo­ple inside. All of this took place in the dark, and she snapped her cam­era blind, trig­ger­ing a dozen flash­bulbs out­side the room with each click. To do this, she need­ed to learn to focus her cam­era with her hands, not her eyes, a process she mastered—as must a sol­dier, who puts togeth­er his gun in the dark of night, and often shoots based on instinct rather than sight.

Lori Wax­man