Munition

2014
graphite and char­coal on car­ton, signed, unique
each 9,5 x 13 cm

Muni­tion

The black and white draw­ings of the series Muni­tion (2014) are shad­owy and vague. At first glance they look like land­scapes and cloud for­ma­tions. How­ev­er, the tem­plates to the draw­ings were pic­tures of the­aters of war from the First World War. With time the view­er rec­og­nizes air­crafts, explo­sions or faces in the draw­ings. Some draw­ings are erased in places and refer to the flaws and gaps in the mem­o­ry, but also in the offi­cial his­to­ry. But how can the mem­o­ry about the events be pre­served? How do new events palimpsest-like build new lay­ers on the var­i­ous his­tor­i­cal lay­ers? What remains?
On the oth­er hand, it is the vagues­ness, the void that repe­sents that what can not be expressed and shown. Nina Ansari opens up an asso­cia­tive space to the view­er, that allows every­one to see some­thing dif­fer­ent in the respec­tive scenes, and with a lit­tle patience, the view­er can can immerse in the depth of the images. The series of draw­ings is com­ple­ment­ed by a frag­ment of a love let­ter, writ­ten by a sol­dier to his beloved from the front lines.

Die schwarzweißen Zeich­nun­gen der Serie Muni­tion (2014) sind schemen­haft und dif­fus. Auf den ersten Blick wirken sie wie Land­schaften und Wolken­for­ma­tio­nen. Die Vor­la­gen zu den Zeich­nun­gen waren jedoch Abbil­dun­gen von Kriegss­chau­plätzen aus dem ersten Weltkrieg. Mit der Zeit erken­nt die Betra­ch­terIn Flugzeuge, Explo­sio­nen oder auch Gesichter in den Zeich­nun­gen. Manche Zeich­nung sind stel­len­weise radiert und ver­weisen auf die Fehlstellen und Lück­en in der Erin­nerung, aber auch in der offiziellen Geschichtss­chrei­bung. Wie lässt sich aber die Erin­nerung an die Geschehnisse fes­thal­ten oder kon­servieren? Wie lagern sich neue Ereignisse palimpses­thaft über die ver­schiede­nen his­torischen Schicht­en? Was bleibt?
Ander­er­seits ist es ger­ade die Schemen­haftigkeit, die Leer­stellen, die für das ste­hen, was eben nicht aus­ge­sprochen und dargestellt wer­den kann. Nina Ansari öffnet dem Betra­chter einen assozia­tiv­en Raum. Somit sieht und erken­nt jed­er auch etwas anders in den jew­eili­gen Szenen, und mit etwas Geduld kann der Betra­chter sich auch in die Tiefe der Bilder tra­gen lassen. Die Serie wird ergänzt durch das Frag­ment eines Liebes­briefs eines Sol­dat­en, der sein­er Lieb­sten von der Front schreibt.

Antje Weitzel, uqbar, 2. Sep­tem­ber 2014