Munition

2014 – 2017

105 pieces, graphite and charcoal on carton, signed, unique
each 9,5 x 13 cm

 

uqbar – Society for Research representation

The black and white drawings of the series Munition (2014) are shadowy and vague. At first glance they look like landscapes and cloud formations. However, the templates to the drawings were pictures of theaters of war from the First World War. With time the viewer recognizes aircrafts, explosions or faces in the drawings. Some drawings are erased in places and refer to the flaws and gaps in the memory, but also in the official history. But how can the memory about the events be preserved? How do new events palimpsest-like build new layers on the various historical layers? What remains?
On the other hand, it is the vaguesness, the void that repesents that what can not be expressed and shown. Nina Ansari opens up an associative space to the viewer, that allows everyone to see something different in the respective scenes, and with a little patience, the viewer can can immerse in the depth of the images. The series of drawings is complemented by a fragment of a love letter, written by a soldier to his beloved from the front lines.

Die schwarzweißen Zeichnungen der Serie Munition (2014) sind schemenhaft und diffus. Auf den ersten Blick wirken sie wie Landschaften und Wolkenformationen. Die Vorlagen zu den Zeichnungen waren jedoch Abbildungen von Kriegsschauplätzen aus dem ersten Weltkrieg. Mit der Zeit erkennt die BetrachterIn Flugzeuge, Explosionen oder auch Gesichter in den Zeichnungen. Manche Zeichnung sind stellenweise radiert und verweisen auf die Fehlstellen und Lücken in der Erinnerung, aber auch in der offiziellen Geschichtsschreibung. Wie lässt sich aber die Erinnerung an die Geschehnisse festhalten oder konservieren? Wie lagern sich neue Ereignisse palimpsesthaft über die verschiedenen historischen Schichten? Was bleibt?
Andererseits ist es gerade die Schemenhaftigkeit, die Leerstellen, die für das stehen, was eben nicht ausgesprochen und dargestellt werden kann. Nina Ansari öffnet dem Betrachter einen assoziativen Raum. Somit sieht und erkennt jeder auch etwas anders in den jeweiligen Szenen, und mit etwas Geduld kann der Betrachter sich auch in die Tiefe der Bilder tragen lassen. Die Serie wird ergänzt durch das Fragment eines Liebesbriefs eines Soldaten, der seiner Liebsten von der Front schreibt.

Antje Weitzel, uqbar, 2. September 2014